Den Gender-Gap angehen

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Das Problem

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Wikimedias Gender-Gap erfreut sich wachsenden öffentlichen Interesses, beginnend mit einer Umfrage im Jahr 2010 die von der Universität der Vereinten Nationen vorgenommen wurde, die herausfand, dass nur 13% der zu Wikipedia Beitragenden sich als weiblich bezeichneten. Über die Jahre haben nachfolgende Studien herausgefunden, dass zwischen 8 und 22,7% der zu Wikimedia beitragenden Frauen sind.[1] Vermutete Gründe für diese Schere zwischen den Geschlechtern gibt es viele und sie werden immer noch diskutiert. Zu den beitragende Faktoren könnten weit verbreitete Trends in MINT-Fächern und w:de:FLOSS-Projekten sein, geschlechterspezifische Unterschiede im Umgang mit Freizeit und die Aversion von Frauen gegenüber der Wikipedia-Kultur mit ihren Online-Konflikten und ihrer Anonymität. Was jedoch klar ist, ist dass einiges Wissen in der Wikimediabewegung immer noch unterrepräsentiert ist. Unsere Inhalte weisen signifikante Lücken auf: zum Beispiel fehlen viele Artikel über relevante Frauen in der Wikipedia und systemische Verzerrung bleibt ein Problem in Artikeln.

Special:MyLanguage/DiversitySpecial:MyLanguage/DiversityDie Basis der Wikimediaprojekte ist es, "freie Inhalte zu erstellten, die jeder bearbeiten, verwenden, ändern und verteilen" kann. Diversität unterstützt direkt die Werte der Wikimediabewegung: Freiheit, Zugänglichkeit, Gleichheit, Unabhängigkeit, Offenheit, Transparenz und Communities. Eine große Bandbreite von Beitragenden und Inhalten zu haben ist notwendig, um unsere gemeinsame Vision zu erreichen: dass jeder zur Summe allen Wissens beitragen kann. Wenn wichtige Stimmen fehlen, dann fehlen wichtige Kontexte und Informationen.


Wenn wir an der Überbrückung des Gender Gap (deutsch Geschlechterkluft) arbeiten, können wir besser die volle Diversität des Menschlichen Wissens abbilden und fair darstellen. Jede Person sollte als Teil der Menschheit besser bei der Entwicklung der gemeinsamen Grundlage des Freien Wissens repräsentiert sein.


Annahmen

Wikipedia in Higher Education Summit portrait 2, 2011-07-09.jpg

Studien habe bisher nachdrücklich die Existenz von Gender Gap-Problemen aufgezeigt, aber die Erforschung von dessen Gründen bleibt weniger eindeutig. Überdies hat sich der Hauptteil der Forschung auf das Fehlen von Frauen in Wikimedia-Projekten fokussiert und nicht die Erfahrungen der Wikimedia berücksichtigt, die nicht in die Gender-Binärität fallen. Manche Vorschläge und Aktionen wurden vorangetrieben, in der Annahme, dass die Änderung von einem oder mehr Faktoren dabei helfen würde, diese Gaps zu schließen (z.B. dass mehr Inhalte über Frauen die Anzahl von Frauen in der Wikipedia erhöhen würde). Den Gedanken der bedeutenden Wikipedianerin Adrianne Wadewitz folgend (aber nicht kopierend),[2] wollen wir uns hier nicht auf die Gründe des Gap fokussieren, sondern stattdessen auf einige allgemeine Annahmen über den Gender Gap, um dabei zu helfen, mehr Licht auf die Komplexität des Problems zu lenken.

Annahme #1: Es liegt in der Verantwortung der Frauen, Sexismus auf Wikipedia zu fixieren

Sexismus ist kein Problem, das nur Frauen betrifft, und es ist nicht nur Sache der Frauen, es zu lösen. Es ist eine Angelegenheit, die die gesamte Gemeinschaft betrifft. Den Verbündeten kommt bei der Bekämpfung der Geschlechterkluft eine wichtige Rolle zu.

Annahme #2: Frauen werden unterrepräsentierte Themen bearbeiten

Die Annahme, dass Frauen unterrepräsentierte Themen bearbeiten werden, verstärkt Geschlechterstereotypen. Die Aufgabe, diese Themen zu erweitern, muss angegangen werden, indem man sich an die verschiedenen Gemeinschaften wendet, die über diese Themen redigieren können – Gemeinschaften, die sowohl von Männern als auch von Frauen gebildet werden.

Vermutung #3: Frauen werden Wikipedia zu einem schöneren Ort machen

Diese Annahme beruht auch auf Geschlechterstereotypen: die Vorstellung von Frauen als friedliche, nicht konfrontative und harmlose zivilisierende Kräfte. Damit die Gemeinschaft zivilisierter wird, sollte von jedem Mitglied dieser Gemeinschaft ziviles Verhalten erwartet werden, unabhängig vom Geschlecht.

Vermutung #4: Frauen und Männer sind austauschbar

Obwohl wir niemanden in eine Schublade stecken oder ihn zwingen wollen, eine bestimmte Rolle zu übernehmen, oder ihn zwingen wollen, Perspektiven einzunehmen, die stereotyp mit seinem Geschlecht verbunden sind, müssen wir auch erkennen, dass Männer als Männer und Frauen als Frauen eine einzigartige Perspektive mitbringen, und beide sind für eine wirklich großartige Enzyklopädie unerlässlich. Solange nicht mehr Frauen einen Beitrag leisten, wird die Enzyklopädie weiterhin nicht ihr volles Potenzial entfalten können.

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Da es keine alleinige Ursache für die Geschlechterkluft gibt, gibt es wahrscheinlich auch keine alleinige Lösung. Wie Adrianne Wadewitz es formulierte: "Wenn eine Gruppe misshandelt wird, ihr systematisch eine Stimme oder Rechte verweigert werden, wirkt sich das schlecht auf die gesamte Gemeinschaft aus und mindert die Legitimität dieser Gemeinschaft."[2] Die Geschlechterkluft ist ein Problem der Wikimedia-Gemeinschaften insgesamt, daher ist kollektives Handeln gefragt. Wir brauchen immer noch mehr Initiativen, die sich auf Partnerschaften, Forschung, gemeinschaftliches Organisieren, und soziokulturelle und technische Interventionen konzentrieren.
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Sind Sie von der Presse oder den Medien?

Schreiben Sie eine Geschichte über die Geschlechterkluft oder Gender-Fragen bei Wikipedia und Schwesterprojekten? Wenden Sie sich an press(at)wikimedia(dot)org, um mit Gemeinschaftsmitgliedern in Kontakt zu treten, die sich auf bestimmte Themen spezialisiert haben.

Einzelnachweise

  1. Hill, B. M., Shaw, A. (2013). The Wikipedia Gender Gap Revisited: Characterizing Survey Response Bias with Propensity Score Estimation. PloS one, 8(6), e65782. html
  2. a b Wikipedia’s gender gap and the complicated reality of systemic gender bias”, HASTAC, 26. Juli 2013