Movement Strategy/Events/Documentation/12-13 June/de

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Am 12. und 13. Juni 2021 trafen sich etwa siebzig Wikimedianer*innen, um die nächsten Schritte zum Start des Prozesses der Movement-Charta zu diskutieren. In zwei vierstündigen Gesprächen diskutierten die Teilnehmenden, füllten eine Umfrage aus und erstellten einen Entwurf für die zukünftige Charta. Die Diskussion befasste sich mit der Frage, wie das Komitee zur Ausarbeitung der Charta aufgebaut sein wird, einschließlich der Zusammensetzung des Komitees, der Methode zur Auswahl der Mitglieder und der Mittel zur Gewährleistung von Transparenz und Legitimität. Diese Seite enthält eine Zusammenfassung der mündlichen Diskussion, zusammen mit etwa 30.000 Wörtern an Arbeitsdokumenten, Sitzungsprotokollen und Chat-Protokollen.

Onlinegruppe der globalen Gespräche vom 13. Juni.
Onlinegruppe der globalen Gespräche vom 12. Juni.

Zusammenfassung

Die Sitzung war in zwei Hauptteile gegliedert, die sich jeweils auf ein anderes Thema konzentrierten:

  1. Umfang der Charta: Im ersten Teil des Treffens wurden die Teilnehmenden gebeten, sich vorzustellen, wie die Charta in der Praxis aussehen würde. Die Teilnehmenden teilten sich in drei Gruppen auf und diskutierten drei verschiedene Abschnitte der Charta auf einer Skala: vom "Kompass" (Richtung) bis zur "Landkarte" (Details), oder etwas in der Mitte. Danach konnten die Teilnehmenden eine Umfrage ausfüllen, um den besten Detailgrad für jeden Abschnitt der Charta vorzuschlagen. Die Ergebnisse zeigten in den meisten Abschnitten eine Tendenz zu "Kompass/Karte" (mittlere Option).
  2. Entwurfskomitee der Charta: Im zweiten Teil präsentierte die Wikimedia Foundation einen Vorschlag, wie die Gründung des Entwurfskomitees der Charta erfolgen könnte. Auf die Präsentation folgte eine längere Gruppendiskussion mit gemischten Reaktionen auf den Vorschlag. Die Diskussion ergab mehrere alternative Vorschläge. Einige der Ideen befassten sich mit der Frage, wie ein repräsentatives Komitee gebildet werden kann: z.B. durch die Einbeziehung einer bestimmten Anzahl von Mitgliedern aus Communitys, angeschlossenen Organisationen und der Stiftung (das 7/7/7-Modell und ähnliche). Andere Ideen befassten sich damit, wie diese Mitglieder in verschiedenen Kombinationen aus lokalen Wahlen und Ernennung ausgewählt werden können, um Vielfalt, Fachwissen und Legitimität in der Gruppe zu gewährleisten.

Die Diskussion wurde zu keinem der beiden Themen mit einem endgültigen Ergebnis abgeschlossen. Die Diskussion über die Zusammensetzung und Auswahl des Entwurfskomitees wird bei den globalen Gesprächen am 26. und 27. Juni wieder aufgegriffen. In der Zwischenzeit könnt ihr gerne euer Feedback und eure Vorschläge auf Meta oder im entsprechenden Diskussionsbereich der Movement-Strategie in eurem eigenen Wiki abgeben.

Der Umfang der Charta

Video-Zusammenfassung der Diskussionen zum Umfang der Charta (englisch)
12. Juni Charta-Umfang: Werte & Prinzipien
12. Juni Charta-Umfang: Rollen & Verantwortlichkeiten
12. Juni Charta-Umfang: Themenbereiche
13. Juni Charta-Umfang: Werte & Prinzipien
13. Juni Charta-Umfang: Rollen & Verantwortlichkeiten
13. Juni Charta-Umfang: Themenbereiche

In der ersten Hälfte des Treffens sahen sich die Teilnehmenden die Themen an, die die Charta wahrscheinlich abdecken wird, und sie diskutierten, wie viel detailliert jedes dieser Themen sein sollte. Für die Diskussion wurde der Inhalt der Charta grob in drei Abschnitte unterteilt:#Werte und Prinzipien

  1. Rollen und Verantwortlichkeiten
  2. Thematische Bereiche

Für jeden Abschnitt erstellten die Teilnehmenden einen Vorschlag, wie dieser Abschnitt auf drei Detailstufen aussehen könnte: von "Kompass" (am wenigsten detailliert) bis "Karte" (am detailliertesten), mit einer mittleren Option dazwischen. Auf der Grundlage dieser Diskussionen wurde die folgende Tabelle erstellt:[1]

Abschnitte der Empfehlung Detail-Stufe
1. Kompass

Übergeordnete Richtung

2. Kompass/Karte

Irgendwo dazwischen

3. Karte

Detaillierte Maßnahmen

1. Werte und Prinzipien

Festlegen der Basis von Werten, Prinzipien und Richtlinien

* Die Werte gehören auf die Seite des Richtungskompasses - sie dürfen nicht zu beschreibend sein.
  • Die Prinzipien sollten als Grundlage für andere Bereiche in der Charta verwendet werden, z. B. Finanzierung, Leitung, Vertretung usw.
  • Umreißt Prinzipien, Werte und Ethos, die von allen Stellen (regulatory bodies) eingehalten werden müssen
  • Enthält starke Aussagen aus der Strategischen Ausrichtung.
  • Die Charta wird Bestimmungen für zukünftige Änderungen und Ratifizierungsprozesse für Änderungen enthalten.
  • Klare und umsetzbare Mandate für die Achtung individueller und kollektiver Rechte (die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte können ein guter Bezugspunkt sein)
  • Kodifizieren der Beziehung zwischen Bewegungseinheiten.
  • Prinzipien der freien Kultur (free culture): Skizzieren allgemeiner Ideale relevanter Freiheiten
  • Wiki-Prinzipien: Was soll ein Wiki sein?
* Eine Gliederung mit Definitionen für Werte und Prinzipien.
  • Angabe des nicht verhandelbaren Prozesses zur Veränderung der Charta.
  • Vorschläge für Prozesse, die auf den genannten Werten und Prinzipien basieren.
  • Festlegen der verschiedenen Arten von Einheiten mit einem Hinweis auf gemeinsame Werte und vielleicht einigen Unterscheidungen
  • Festlegen von "unumstößlichen" Kernregeln, die für alle Organisationen und Projekte gelten
  • Nicht verhandelbare Anforderungen an Transparenz und Inklusivität der Strukturen
  • Begrenzung der Anzahl der gleichzeitigen Gespräche mit der Gemeinschaft der Freiwilligen.
  • Einbezug einer unsicheren Zukunft: Veränderungen in der Technologie, der politischen und geografischen Landschaft erfordern eine flexible Charta.
* Eine Gliederung mit Definitionen für Werte und Prinzipien.
  • Nennen nicht-verhandelbarer Prozesse, die auf den genannten Werten und Prinzipien basieren.
  • Richtlinien, die die Werte und Prinzipien in einem konkreten Kontext praktisch unterstützen
  • Verschiedene Abschnitte, in denen die Werte für verschiedene Bewegungseinheiten - von Einzelpersonen bis zu Organisationen - dargestellt werden
  • Prinzipien der freien Kultur: Klare Grenzen der Anforderungen in Bezug auf die Verwendung von freien Lizenzen, offenen Inhalten und Open Source festlegen
  • Wiki-Prinzipien: Was sind die Rechte eines Projekts, in die Organisationen nicht eingreifen dürfen? nicht verhandelbarer Prozess zur Änderung der Movement-Charter.
  • Klarere Definition von Transparenz mit Richtlinien zum Erreichen dieser Transparenz: z.B. wie Organe der Bewegung an die Gemeinschaft berichten.
2. Rollen und Verantwortlichkeiten

Rollen und Verantwortlichkeiten von Einheiten festlegen ...

  • Globaler Rat
  • Regionale und Thematische Hubs
  • Bestehende Einheiten und Entscheidungsgremien
  • Rolle der Belegschaft
Führungsstruktur, Beziehungen und Entscheidungsfindung * Struktur & Umfang der Bewegung.
  • Definition jeder größeren Funktionsgruppe/Akteur in der Bewegung
  • Führungsmodell (Governance): Allgemeine Übersicht über die generellen Verantwortlichkeiten der einzelnen Einheiten.
  • Definition des Prozesses zur Auflösung jeder Einheit, die sich nicht an die Charta der Bewegung halten könnte.
  • Gute und regelmäßige Koordination zwischen allen Beteiligten
  • Zukünftige Änderungen: Umreißen der Führungsrollen und der Struktur für Änderungen
  • Definieren der rechtlichen Einschränkungen der bestehenden Entscheidungsgremien und wie sich dies auf die zukünftigen Verantwortlichkeiten auswirken könnte.
  • Definieren des Beschwerdesystems und der Hierarchie des Konfliktlösungssystems zwischen diesen Einheiten in der Zukunft
* Kernangaben zu den Verantwortlichkeiten der Bewegungsstrukturen.
  • Regelmäßige Abstimmung zwischen allen Beteiligten
  • Definition der Verantwortlichkeit für jede Struktur oder Einheit.
  • Festlegen der Beziehungen zwischen den Einheiten und wie sie zusammenwirken.
  • Definieren des Verfahrens zur Streitbeilegung.
* Es könnte rechtliche Herausforderungen geben, die die Umsetzung des "Map"-Modells erschweren.
  • Governance-Playbook, das den Zweck, die Rolle und die Verantwortlichkeiten, die Rechenschaftspflicht, die Größe, die Methode der Vertretung und die Auswahl, für jede Einheit umreißt.
  • Detaillierte Beschreibungen der Governance-Rollen und der Machtverhältnisse zwischen verschiedenen Einheiten.
  • Anerkennung und Aberkennung: Wie eine neue Entität zu einer Bewegungseinheit werden oder aufhören kann, eine zu sein.
  • Erklären, wie unterrepräsentierte Gemeinschaften dabei unterstützt werden, an der Entscheidungsfindung teilzunehmen.
Global Council (Globaler Rat) * Struktur & Umfang des Global Council
  • Sicherstellung von extremer Transparenz und Rechenschaftspflicht in Bezug auf Macht, Geld etc.
* Definition der Entscheidungsbefugnis des Global Councils im Namen der Bewegung.
  • Größe und Zusammensetzung des Global Councils, einschließlich der Methode zur Auswahl der Mitglieder.
  • Unterstützungsstrukturen und für den Global Council: wie Personal, Vorstand, etc.
* Klare Definition des Unterschieds in den Verantwortlichkeiten zwischen Wikimedia Board und Global Council.
  • Mitgliedschaft im Global Council, einschließlich: Kriterien für die Art der Mitgliedschaft, Pflichten, Rechte und Grundlage für die Auswahl/Abberufung von Mitgliedern.
Hubs * Definition der finanziellen Beziehung zwischen den Hubs und den bestehenden Zweigstellen.
  • Definieren, wie die bestehenden angeschlossenen Organisationen in Bezug auf Personalunterstützung, Büro und Finanzen unterstützt werden können.
  • Stärkung von angeschlossenen Minderheitsorganisationen in der Charta
* den Rahmen für den Betrieb von Regional Hubs skizzieren * Zwei unterschiedliche (quantitative und qualitative) Ansätze zur Erkennung und Unterstützung neuer Führungskräfte.
Richtlinien, Verfahren und andere Themen * Sicherstellung der Autonomie und Unabhängigkeit von Online-Projektgemeinschaften
  • Kerndetails zu (Aus)Wahl & Struktur für neue Gremien
* Richtlinien für Auswahlprozesse: Nicht unbedingt für jede Region oder Einheit gleich.
  • Verweise auf Richtlinien, die Bereiche regeln, die nicht in der Charta behandelt werden
* Implementierung von Regeln und Vorschriften, einschließlich der von den Entscheidungsgremien zu erstellenden Regelungsdokumente.
3. Thematische Bereiche

Anforderungen und Kriterien für Entscheidungen und Prozesse für...

Rechtfertigung für jede Option Zusammenarbeit und Umsatzkriterien müssen aufgrund der unterschiedlichen Kontexte, auf die sie in der gesamten Bewegung zutreffen, in einem Kompass zusammengefasst werden. Es ist nicht praktikabel, eine sehr detaillierte Liste oder Verfahren zu haben, unter denen die Zusammenarbeit erfolgen muss. Das kann je nach Kontext sehr unterschiedlich sein. Der Universal Code of Conduct ist ein sehr detailliertes und separates Dokument. Detailliert ist gut, wenn es um Fragen des Miteinanders (Community Health) geht.
Gewährleistung der Sicherheit in Zusammenarbeitssituationen und -umgebung * Verweis auf den Universellen Verhaltenskodex - ohne direkt Text daraus aufzunehmen.
  • Verpflichtung der Bewegung zur Aufrechterhaltung einer sicheren und kollaborativen Umgebung.
* Verpflichtung der Bewegung zur Aufrechterhaltung einer sicheren und kooperativen Umgebung mit generellen Richtlinien * Ausführliche Liste mit inakzeptablem Verhalten und eine genaue Vorgehensweise, um dies zu verhindern.
Definieren, wie Communities

zusammenarbeiten und gegenseitig rechenschaftspflichtig sind

Definition der Grundsätze der Zusammenarbeit * Skizzierung der Erwartungen an die Teilnahme und der Rechte der Teilnehmenden.
  • Abbau der Sprachbarriere, Erhöhung der Bereitschaft zur Teilnahme an der Bewegung für unterrepräsentierte Sprachgemeinschaften
* Festlegung von Erwartungen an die Teilnahme und Rechte der Teilnehmenden
Erwartungen setzen für

Beteiligung und Rechte

von Teilnehmenden

* Festlegung von Kernpunkten an Erwartungen an die Teilnahme und Rechte der Teilnehmenden * Definition von Kollaborationsprinzipien und Vorschläge zur Vorgehensweise * Definition von Kollaborationsprinzipien und ausführliche Prozesse.
Sicherstellung der Einnahmengenerierung und -verteilung mit entsprechenden Rechenschaftsmechanismen * Eine Übersicht über die Verantwortlichkeiten für die Einnahmengenerierung und Ressourcenzuweisung in der Bewegung
  • Allgemeine Grundsätze für die Berechtigung zur Verwendung und zum Erhalt von Bewegungsgeldern.
  • Begründung, warum wir Gelder generieren
  • Alle Einheiten der Bewegung dürfen Gelder beschaffen.
  • Schaffung eines Geldverteilungsausschusses des Globalen Rates zur Zuweisung von Mitteln, eventuell mit regionalen Ausschüssen.
* Ein Überblick über die Zuständigkeiten und allgemeinen Richtlinien für die Generierung von Einnahmen und die Zuweisung von Ressourcen in der Bewegung.
  • Allgemeine Grundsätze und Richtlinien für die Berechtigung zur Verwendung und zum Erhalt von Mitteln der Bewegung, um einen gleichberechtigten Zugang für alle zu gewährleisten.
  • Zusammenarbeit und Einnahmen müssen miteinander verbunden werden. Die starken Partner und Organisationen müssen die Verantwortung für die kleineren übernehmen.
* Eine Übersicht über die Zuständigkeiten und detaillierten Verfahren für die Generierung von Einnahmen und die Zuweisung von Ressourcen in der Bewegung
  • Allgemeine Grundsätze und detaillierte Kriterien für die Berechtigung zur Verwendung und zum Erhalt von Mitteln der Bewegung
  • Detaillierte Grenzen bei Generierung und Verteilung von Einnahmen.

Präferenzabfrage und Diskussion

Nach dem Ausfüllen der oben gezeigten Tabelle hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Präferenz für die Ausführlichkeit der Charta für jeden der oben genannten Abschnitte zu äußern. Die Ergebnisse der Befragung waren die folgenden (die Tabelle zeigt die Ergebnisse der Befragung am 12. und 13. Juni, nacheinander):

Abschnitt der Charta Unterabschnitt Kompass Kompass/Karte Karte
Werte und Prinzipien 13+19 5+14 1+5
Rollen und Verantwortlichkeiten von Einheiten ... Globaler Rat 2+8 11+16 6+14
Rollen der Hubs 2+7 12+16 4+13
Bestehende Einheiten 2+10 13+20 3+6
Thematische Bereiche Sichere Umgebung für die Zusammenarbeit 5+18 9+14 5+6
Wie Gemeinschaften zusammenarbeiten
Erwartungen & Rechte der Teilnehmenden
Generierung und Verteilung von Einnahmen 2+11 13+17 4+11
Ressourcenverteilung

Die Reaktionen auf die Umfrageergebnisse konzentrierten sich auf die starke Neigung der Befragten, die "mittlere Option" als eine sicherere oder ausgewogenere Alternative zu wählen. Mehrere Personen schlugen vor, eine Skala mit vier Optionen von "starker Kompass" bis "starke Karte" zu verwenden und damit die neutrale oder hybride Wahl auszuschließen. "Wenn es Konsequenzen [für Meinungsumfragen] gibt", sagte jemand, "muss man die mittlere Option herausnehmen".[2]

Rollen und Verantwortlichkeiten waren ein besonders interessanter Bereich, da er zu den Optionen "Karte" und "Kompass/Karte" tendiert. Es wurde erwähnt, dass es außerordentlich wichtig ist, die Details dieses Bereichs zu beschreiben, die sonst zu Konflikten führen oder dazu verleiten können, die Macht "in Richtung der mächtigen Gruppe" zu festigen.[2]

Der Entwurfsausschuss

Zusammensetzung

 
Folien, die während der Veranstaltungen präsentiert wurden, einschließlich des Vorschlags der Wikimedia Foundation zur Einrichtung eines Entwurfsausschusses (englisch).

Die Vielfalt und die Expertise des Entwurfskomitees waren wichtige Themen in der Diskussion. Die Wikimedia Foundation präsentierte einen Vorschlag für eine Diversity-und-Expertise-Matrix, bei dem die Matrix zur Auswahl der Mitglieder des Komitees verwendet werden sollte.

Während die Reaktionen auf die beiden Matrizen überwiegend positiv waren, gab es auch einige Lücken, Ergänzungen und Kommentare. Eine mögliche Lücke bei der Vielfalt sind Menschen mit Behinderungen.[3] Auch die Sprache ist ein wichtiger Aspekt der Vielfalt: Die Mehrheit der Community spricht nicht fließend Englisch, und viele fühlen sich als Außenseiter, wenn sie versuchen, an komplizierten Gesprächen in englischer Sprache teilzunehmen.[3][2] (zum Beispiel diese Diskussion). Dies könnte durch mehr Sprachunterstützung oder durch die Dezentralisierung der Konversation über Regionen hinweg gemildert werden, obwohl dies den Austausch von Ideen über verschiedene Gemeinschaften hinweg verhindern wird.[3][4]

Expertise ist auch für den Erfolg des Entwurfsausschusses entscheidend. Die Definition von Fachwissen war jedoch nicht eindeutig klar. Wie kann zum Beispiel eine bestimmte Expertise objektiv bewertet oder nachgewiesen werden? Einige spezifische Aspekte der Sachkenntnis, die hervorgehoben wurden, liegen in den Bereichen Finanzen und Recht.[3]

Weniger Einigkeit herrschte über die genaue Zusammensetzung des Entwurfsausschusses. Da die vorgeschlagene Anzahl der Mitglieder von 10 bis 20 Personen reichte,[3] wäre es unmöglich, die enorme Vielfalt der Bewegung in einer so kleinen Gruppe zu spiegeln. Zu den Vorschlägen für die Zusammensetzung der Gruppe gehörten die folgenden:

  • Geografische Basis: Zum Beispiel durch die Auswahl von jeweils zwei Personen aus den “Grant-Committee-Regionen”,[2] zwei Leute von jedem Kontinent [3] oder von jedem Hub.[2]Es wäre schwierig, genauere Anhaltspunkte als Kontinente oder große Regionen zu verwenden.[3]
  • Basis der Zugehörigkeit: Einschließlich des 7/7/7-Vorschlags, mit einer gleichen Anzahl von Mitgliedern aus Online-Gemeinschaften, angeschlossenen Organisationen und der Wikimedia Foundation. Alternativ wurde eine Anpassung auf eine 9/3/3-Vertretung, der gleichen Gruppen in der gleichen Reihenfolge, vorgeschlagen.[2]
  • Füllen von Kompetenzlücken: In beiden Fällen können Lücken im Fachwissen durch die Rekrutierung kurzfristiger Mitglieder,[3] oder durch die spätere Ernennung zusätzlicher Mitglieder gefüllt werden.[2]
  • Zwei Gruppen: Anstatt Fachwissen und Vielfalt auf eine einzige Gruppe zu beschränken, wurde auch vorgeschlagen, zwei aufeinanderfolgende Entwurfskomitees zu bilden.[3][2] Dies wird die Bedenken über die besondere Zusammensetzung jeder Gruppe verringern und gleichzeitig mehr Menschen die Chance geben, sich an dem Prozess zu beteiligen.[2] Als Nachteil wird der Übergang zwischen dem ersten und zweiten Komitee den Prozess verlängern.

Auswahl

Obwohl die Ziele für Vielfalt und Fachwissen im Großen und Ganzen Punkte der Übereinstimmung waren, scheinen die Mittel, um sie zu erreichen, weniger übereinstimmend zu sein. Auch wenn die Kriterien klar sind, kommt es auf die Methode der Auswahl der Mitglieder des Entwurfskomitees an, wobei im Laufe der Veranstaltung verschiedene Vorschläge auftauchten.

Berufung

Die Wikimedia Foundation präsentierte einen Vorschlag mit einem Fokus auf Expertise. In dem Vorschlag würden sich interessierte Kandidaten selbst für das Komitee nominieren und dann unter Bezugnahme auf die Matrizen von Diversität und Expertise ernannt werden.

Die Reaktionen waren gemischt. Viele waren besorgt darüber, wer die Mitglieder des Komitees ernennen wird, und merkten an, dass kein einzelnes Gremium oder eine Einrichtung "den Prozess besitzen" sollte, auch nicht den der Auswahl des Komitees. Es gab auch verschiedene Bedenken über die "Legitimität" dieser Methode. Die Befürwortenden erwähnten, dass es nicht so wichtig sei, "wer die Verfassenden sind", wenn der Prozess gut genug gestaltet ist, um Feedback zu integrieren.[2]

Wahlen

Offene Wahlen wurden als eine Auswahlmethode vorgeschlagen, die den "Geist der Bewegung" atme. Viele verwiesen auf eine ähnliche Diskussion, die während der globalen Gespräche vom Januar stattgefunden hatte, wo es eine breite Unterstützung für eine "supermajority of elected seats", also deutliche Mehrheit gewählter Sitze, im Interim Global Council gegeben hatte. Es gab zwar eine gewisse Unterstützung für den Vorschlag, aber es wurde darauf hingewiesen, dass "Relying only on elections", also, sich nur auf Wahlen zu verlassen, weder Vielfalt noch Expertise sicherstellen kann.[2]

Die Wahlen müssen nicht global sein: sie können lokal oder regional stattfinden, wobei jede Region ihre eigene Vertretung wählt (zum Beispiel: asiatische Gemeinschaften, die zwei Vertretende in ihrem Namen wählen). Eine Antwort der WMF war, dass die Mitglieder des Entwurfsausschusses "die Bewegung" in Gänze vertreten sollten, und nicht einzelne Gemeinschaften oder Regionen.[2]

Hybrides Model

Um den Bedarf an Vielfalt/Expertise mit einem Wahlprozess auszugleichen, wurde ein Hybridmodell vorgeschlagen. Das Modell beinhaltet lokale On-Wiki-Wahlen, um geografisch verteilte Vertretung der Gemeinschaft zu wählen. Dann können die verbleibenden Lücken in der Expertise oder Vielfalt mit weiteren Ernennungen gefüllt werden.[2]

Andere Ideen

Weitere Ideen für das Auswahlverfahren:

  • Zweistufiger Prozess: 1. Selbstnominierung und Auswahl, dann 2. Auffüllen von Lücken durch Heranziehung oder Ernennung.[3]
  • Selbstnominierung: Während sie auf alle oben genannten Auswahlmethoden zutreffen kann, wurde die Selbstnominierung als Teil des Prozesses breit unterstützt.[3] Einige Nachteile sind jedoch, dass viele unterrepräsentierte Gruppen zögern könnten, sich selbst zu nominieren, was bedeutet, dass proaktive Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung für ihre Teilnahme erforderlich ist.[3][2]
  • Peer-Nominierung: Personen können andere mit dem Einverständnis der Nominierten vorschlagen.[3]
  • Wahlen aus einer Auswahlliste: Kandidierende können sich selbst nominieren, eine Auswahlgruppe stellt eine Vorauswahl der Namen auf, die dann ein Abstimmungsverfahren in der Gemeinschaft durchlaufen müssen.[2]
  • Kernbesetzung mit Wahlen: Es wird eine Kerngruppe ernannt, die unabhängig voneinander fortfährt, die Lücken in Bezug auf Fachwissen und Vielfalt sowohl durch weitere Ernennungen als auch durch die Organisation lokaler Wahlen auszufüllen.[2]

Entscheidungsverfahren

"Vertrauen" war ein wiederkehrendes Thema in der Diskussion, das oft als Voraussetzung für den gesamten Prozess gesehen wurde, der an sich eine "transparente" Art der Entscheidungsfindung voraussetzt.[2] "Bei Transparenz geht es nicht darum, Entscheidungen transparent zu kommunizieren", sagte eine Person, "sondern um einen transparenten Entscheidungsprozess".[3]

Ein Teil dieses Prozesses wäre die Durchführung von "mehreren GROSSEN Feedback-Runden" für die Charta, die unterrepräsentierte Gemeinschaften einschließen sollten (auch wenn sie "Vertretung" im Entwurfsausschuss haben). Aber selbst wenn es ein umfangreiches Feedback gibt, sollte es immer noch einen allgemeinen Ratifizierungsprozess geben, der für einige durch "Meta-Wiki-Unterzeichnung" erfolgen sollte, oder indem "3 Vorschläge aufgeschrieben" werden, von denen die Gemeinschaft auswählen kann.[2]

Nächste Schritte

Einige der vorgeschlagenen nächsten Schritte waren im Allgemeinen, einen "klaren Fahrplan" und einen "Handlungspunkt" zu erarbeiten, möglicherweise durch die Konzentration auf Übereinstimmungen. Es wurde erwähnt, dass die Vorschläge aufgeschrieben und mit der breiteren Gemeinschaft geteilt werden sollten, und nicht nur mit der relativ kleinen Gruppe, die während der Diskussion anwesend war.[2]

Rückmeldung

 
Folien mit einer Zusammenfassung der Feedback-Auswertung aus den Global Conversations (englisch).

Vorbereitungs- und Präsentationsunterlagen

Fußnoten

  1. Hinweis: Die Tabelle ist eine kombinierte Version von zwei verschiedenen Tabellen, die am Samstag (12. Juni) und Sonntag (13. Juni) erstellt wurden.
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s 13 June: General notes.
  3. a b c d e f g h i j k l m n 12. Juni: Allgemeine Anmerkungen.
  4. Eine Person teilte weitere Gedanken zu diesem Thema unter: User:Ellif/S2030.

Quellen

Saturday 12 June

Sunday 13 June